Industrielles IoT in der Fertigung: 5 wichtige Trends, auf die Sie 2024 achten sollten
Es versteht sich von selbst, dass das industrielle IoT (IIoT) oder Industrie 4.0 bei Herstellern weltweit an Bedeutung gewinnt. IIoT bezeichnet den Einsatz von IoT-Technologien, um die Produktion sicherer, effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Dieser Artikel gibt einen Überblick über das IIoT im Jahr 2023 und gibt einen Ausblick auf die Entwicklungen in diesem Jahr.
Rückblickend wuchs der IIoT-Markt im Jahr 2023 aufgrund verschiedener Treiber. „Wir können 2023 als ein weiteres Jahr des IoT-Marktwachstums betrachten, wenn auch in geringerem Maße als 2022 und mit vielen Höhen und Tiefen. Die industrielle Anwendung von IoT-Technologien nimmt jedoch deutlich zu“, sagte Christian Salvatori, CTO von Brochesia. „Dieses Wachstum wird durch wahrgenommene Vorteile wie Effizienz, Effektivität, daraus resultierende Produktivitätssteigerung und Kostensenkung sowie erhöhte Sicherheit industrieller Prozesse vorangetrieben.“
Er fügte hinzu: „Weitere Treiber dieses Wachstums sind die Verlagerung wichtiger Anwendungen in die Cloud bei Unternehmen mit vernetzten Geräten und die Verfügbarkeit immer fortschrittlicherer und leistungsfähigerer Hardware. Schließlich haben neue Vorschriften im Jahr 2023 dazu geführt, dass sich Unternehmen stärker mit ökologischer Nachhaltigkeit befassen und den Einsatz von IoT-Lösungen zur Verbesserung ihrer Umweltauswirkungen fördern.“
Was erwartet uns 2024?
Für 2024 wird ein anhaltendes Wachstum und eine zunehmende Verbreitung des IIoT erwartet, da immer mehr Hersteller auf industrielle Automatisierung setzen, um ihre Produktivität und Effizienz zu steigern. Im Folgenden werfen wir einen Blick auf einige der wichtigsten IIoT-Trends, die wir für dieses Jahr erwarten können.
Künstliche Intelligenz
KIwird aufgrund seiner vielfältigen Vorteile auch 2024 die IIoT-Szene dominieren. So kann KI in Verbindung mit maschinellem Sehen beispielsweise dazu beitragen, Defekte genauer und effektiver zu erkennen als das bloße menschliche Auge. Gleichzeitig können Bestandsverwaltung, Bedarfsprognose und Fabrikoptimierung durch KI verbessert werden.
„In Bezug auf KI, das vielleicht meistdiskutierte Technologiethema des vergangenen Jahres, war die Verbindung zum IoT klar, und wir erwarten, dass sich dieser Trend im Jahr 2024 fortsetzt. Wir selbst bei Brochesia arbeiten an einigen Projekten, die Augmented Reality mit KI integrieren, um noch mehr Innovation und Digitalisierung der industriellen Welt zu fördern“, sagte Salvatori.
5G und „Updates“ zu 6G
Mit5GMit zunehmender Reife werden auch seine Anwendungen im IIoT deutlicher. Mit theoretischen Download- und Upload-Geschwindigkeiten von 20 Gbit/s bzw. 10 Gbit/s kann 5G eine entscheidende Rolle in Fabriken spielen, in denen Maschinen Daten untereinander und mit dem Backend austauschen und so einen reibungslosen Betrieb von Roboterarmen bis hin zu fahrerlosen Transportfahrzeugen ermöglichen. Und wenn auch vielleicht noch nicht in diesem Jahr, wird 6G in nicht allzu ferner Zukunft im IIoT Einzug halten und Herstellern noch mehr Vorteile bringen.
„Einer der wichtigsten Aspekte für das IIoT im Jahr 2024 wird die Konnektivität sein. Daher werden wir die 5G-Entwicklung in diesem Jahr und auch mögliche Updates für 6G im Auge behalten“, sagte Salvatori.
Fog/Edge Computing
Die Verlagerung des Computings an den Rand ist im IIoT entscheidend geworden, und dies wird in diesem Jahr noch wichtiger werden. Zwar bietet die Cloud mehr Rechenleistung, doch Bandbreitenbeschränkungen und Latenzzeiten sind einige ihrer Grenzen. Hersteller setzen daher auf Edge Computing und Fog Computing. Letzteres bezeichnet die Zwischenschicht zwischen Cloud und Edge und entscheidet, welche Daten in die Cloud gelangen und welche am Rand verbleiben.
„Fog Computing … verlagert die Intelligenz an den Rand des Netzwerks, wo die Maschinen arbeiten. Dies ermöglicht Echtzeitsteuerung sowie verbesserte Sicherheit und bessere Verwaltbarkeit. Es ist leicht zu erkennen, wie Fog Computing im IIoT branchenweit zum Standard werden sollte“, heißt es in einem Blogbeitrag von ATS.
Digitale Zwillinge
Digitale Zwillinge haben sich zu einem wichtigen Konzept entwickelt. Die meisten Anwendungen finden sich in der Bauindustrie, doch auch Hersteller können von digitalen Zwillingen profitieren.
„Fernzugriff zieht sich wie ein roter Faden durch die IIoT-Trends 2024 – sowohl für Komfort und Produktivität als auch für Gesundheit und Sicherheit. Einer der größten Fortschritte in der Remote-Fertigung ist die Digital-Twin-Technologie, die eine digitale Darstellung einer physischen Komponente oder Maschine in einer Fabrik darstellt“, heißt es im ATS-Blogbeitrag. „Durch Sensoren und Konnektivität wird der digitale Zwilling ständig aktualisiert, um den tatsächlichen Zustand, Status und die Leistung des physischen Bauteils widerzuspiegeln. IIoT-Fertigungstechnologien wie KI ermöglichen Simulationen, die bei Planung und Prognosen helfen – und das alles, ohne dass man in der Fabrikhalle oder gar vor Ort sein muss.“
Interoperabilität
Da Sensoren und Geräte in einer Fabrik immer wichtiger werden, ist es entscheidend, dass sie reibungslos kommunizieren können. Hier können IIoT-Produkte und -Lösungen auf Standards wieGegenstand, das im Privatbereich bereits an Bedeutung gewinnt, aber auch in der Fertigung von Vorteil sein könnte.
„Vielleicht liegt die Eigenschaft von Matter, die dem industriellen Umfeld zugutekommen könnte, darin, dass es die Interoperabilität zwischen verschiedenen intelligenten Geräten unabhängig vom Hersteller verbessert“, so Salvatori. „Es ist möglich, dass eine Produktionslinie Maschinen oder IIoT-Gateways verschiedener Hersteller umfasst. In diesem Fall könnte Matter eine Möglichkeit sein, die Integration zwischen verschiedenen Komponenten reibungsloser zu gestalten.“
Quelle: https://www.asmag.com/showpost/34200.aspx?name=news
